Portugal – herpetologische Reiseeindrücke und mehr (Vereinsabend am 09.02.2018)

Nach dem hervorragenden Vortrag über Feuersalamander am 09.06.2017, überraschte uns Herr Uwe Koepernik erneut mit einem wunderbaren Fachvortrag, in dem er uns an seinen herpetologischen Eindrücken teilhaben ließ, die er bei seinen Urlaubsreisen nach Portugal sammeln konnte. In der Situation, in der sich unser Verein befindet, war überraschend, wie viele Vivarienfreunde, auch etliche Gäste, sich zum Vortrag eingefunden haben. Der Referent erfreute uns mit einer derartig großen Informationsmenge, dass es dem Rezensenten doch recht schwer fiel, mit seiner Mitschrift Schrittzu halten. Wenn da also etwas fehlt oder nicht 100%ig stimmig ist, bittet er um Nachsicht.

Also entsteigen wir dem Flieger, nehmen Quartier und folgen wir Herrn Koepernik in die portugiesische Bergwelt der Algarve bis Porto. An den Füßen der Berge entdeckte er in Gärten und Olivenhainen Europäische Chamäleons und in Flachwassertümpeln konnte er Laich des Spanischen Rippenmolches Pleurodeles walti ausmachen. Dennoch muss man sich um den Bestand dieser Tiere Fürchten, da mit der plantagenmäßigen Monokultur von Eukalyptusbäumen die Gefahr der Biotopverfälschung- oder Vernichtung besteht. Noch sind die Molche häufig anzutreffen, so wie deren Nachbar Hyla Meridionalis, der Laubfrosch, dem die charakteristischen Wangenstriche unseres Laubfrosches fehlen. Auch südportugiesische Feuersalamander, die Lieblingslurche des Referenten, konnte er aufspüren. An der Küste bei Lagos kam der Referent mit einer riesigen Möwenkolonie in Berührung, deren massenhaftes Vorkommen befürchten lässt, dass ihnen auch so manches Fröschlein; Molch oder Eidechse den Speisezettel bereichern könnte. Zu den angetroffenen und uns in seiner Beamer-Präsentation bildlich vorgestellten Lurchen, gehört auch die Geburtshelferkröte (Alyses cistemassi), deren spezielle Art der Brutpflege uns der Vortragende näher erläuterte. Vielfältigster Art waren Uwe Koepernik Begegnungen, denn er entdeckte den Kleinen oder Spanischen Wassermolch, Marmormolche, den Iperischen Wasserfrosch (P. berezi), Erdkröten (Bufo bufo spinosus)und die mit den Unken verwandten Scheibenzüngler. Alle diese Tiere fing er ein, als echter Natur- und Tierfreund, natürlich nur mit der Kamera, was uns in einem wunderbaren Vortrag zugute kam. An brandheißen Stellen fand der Referent 2 Arten Sandläufer (Eidechsen-Arten) Algerische Eidechse und Mauergecko. Und dann entdeckte der Reisende ein wohl ihm, aber uns kaum bekanntes Tier, die Netzwühle. Diese Echse lebt fast wie ein Regenwurm, also in der Erde, und frisst solche auch gern. Auch die Treppennatter kam dem Herpetologen vor das Kameraobjektiv...

Dann kam der Urlauber in den Großraum Lissabon, wo er zuförderst das Expo-Gelände mitten in der Hauptstadt des Landes besuchte. Hier faszinierte ihn das Meeresaquarium. In der Serra de Sintra, einer Mittelgebirgskette, ist der dortige Königspalast "Sintra Palácio National de Pena" (Sommerresidenz der portugisischen Könige) ein ungeheurer Anziehungspunkt von Touristenunmassen. Dem was da fleucht und kreucht ist das nicht unbedingt zuträglich. Dennoch waren einige interessante Arten zu entdecken. Sehr häufig kam in felsigem Umfeld und an alten Gemäuern, die farblich sehr ansprechende Spanische Mauereidechse (noch) vor. An Wasserzisternen fanden sich Marmormolche und deren Larven mit den charakteristischen Kiemenbüscheln. Auch die portugiesische Variante des Fadenmolches kam dem Referenten vor die Linse, so wie der Feuersalamander (S. S. gallica) mit roten Leopardflecken. Letzterer ist auffallend schön und Feinden abstoßend tiefrot gefärbt. Perleidechsen, auch kleine Farbwunder, machten bei zu großer Annäherung, den Dresdner Terrarianer mit ihrer Beißkraft bekannt. Diese Beißkraft besitzen unzweifelhaft auch die hier eingeschleppten Rotwangen-Wasserschildkröten, deren häufiges Vorkommen in den Stauseen der Gegend dafür verantwortlich sein werden, dass es dort Amphibien wenigezu entdecken gab. Weitere Reiseziele war die Sierra da Arabida mit ihrer Trockensteppeund 50 km davon entfernt, die Serra de Grandola. Auch hier große Flächen Eukalyptus und damit schwindende natürliche Biotope. Beim Besuch der Region Porto, lernte der Referent nicht nur den schweren Portwein kennen, sondern auch die dazugehörigen Keltereien, in deren Nähe es von Mauereidechsen wimmelte. Andere Verhältnisse traf Herr Koepernik in der Serra da Peneda an. Hier empfing ihn ein noch weitestgehend noch intakter feuchter Farnwald mit seinem Getier. Das waren Goldstreifensalamander (Chioglossa lusitanica), die bei Gefahr, in der Art der Eidechsen, ihren Schwanz abwerfen können. Der wächst aber wieder nach. Auffallend durch ihre kräftige Färbung, was Rana iberica, der Grünfrosch nicht zu übersehen. Den speziellen Liebhaber der Feuersalamander Uwe Koepernik zog es während seines Urlaubs auch noch in die Serra de Arga, einem kargen Hochgebirge, dass zu den kühleren Klimaten zu zählen ist und ein Eldorado der Feuersalamander ist. In einem Wasserbassin am Wegesrand konnte der Reisende zum Zwecke des Fotografierens auch die Larven der feurigen Salamander aufs Bild bannen und uns zeigen.

Fast 2,5 Stunden dauerte der Vortrag, ohne Ermüdungserscheinungen der Zuhörer, was für die Qualität des Vortrages und die Art des vortragens spricht. Dem Referenten, der aus Freundschaft und erneut unentgeltlich zu uns kam, ist ganz herzlich zu danken. Die anschließende Diskussion zeigte, dass seine Ausführungen mit viel Interesse und Anteilname aufgenommen wurde.

Text: Bernd Schwabe/Ehrenvorsitzender

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Jährliche Teilnahme am Sommerfest des Botanischen Garten (6. August 2017)

Langsam wird es zu einer Tradition, dass wir als Verien auch am jährlichen Sommerfest des Botanischen Gartens teilenhmen. Zwischen Schildkröten, Tomaten und Höhlenmenschen haben wir in den noch kühlen, frühen Morgenstunden unseren Stand aufgebaut. Unser Vereinsmitglied Frank Prellwitz war so freundlich und hat uns wieder zwei tolle Aquarien zusammen gestellt. Um den Mittag herum fanden sich dann auch die ersten Gäste zu uns in den hinteren Teil des Gartens und wir (Vereinsmitglied Frank Prellwitz und ich, Geschäftsführerin Christin Fetter), standen unseren Gästen Rede und Antwort zu unseren Aquarien. Zum einen hatten wir drei verschiedene Axolotl dabei, die sich zum Publikumsmagent entwickelten, vorallem bei den Kindern. Zum anderen gab es einen vertikalen Gartenteich, in dem Gold- und Schleierfische zu sehen waren. Wir haben fleißig viele Fragen beantwortet und konnten auch einem Gast bei der Findung eines passenden Geburtstagsgeschenkes für seinen Sohn behilflich sein. Am frühen Nachmittag wurden die Besucher zahlreicher und die Sonne stand fröhlich hoch am Himmel und machte das Fest zu einem richtig tollen Sommerfest! Am späten Nachmittag erfreute sich dann auch endlich mein liebevoll vorbereiteter Malstand über viele Kinder, die schöne Malvorlegen zum Thema Fisch und Wasser bunt ausgemalt haben.

Ich kann wieder einmal ein positiven Schluss ziehen und kann versprechen, dass wir auch im kommenden Jahr wieder am Sommerfest des Botanischen Gartens teilnehmen werden.

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90 Jahre Aquarienverein „Kampffisch“ Dresden e. V.

Besonders hohe Vereinsjubiläen werden gern in besonderem Rahmen gefeiert und damit zumeist eine Erfolgsstory.
 
„Ist Dein Verein zukunftsfähig“ war die Frage, die in Heft 2/2017 von vda-aktuell gestellt wurde - eine Frage die wir uns selbst stellen müssen.
 
Dresden war eine aquaristische Hochburg und noch vor der Wende hatte die Stadt 9 aquaristisch-terraristische Vereine, darunter auch den 1926 gegründeten AV „Kampffisch“ (andere, unbelegte, Quellen sprechen von 1927), der stets zu den mitgliederstärksten und fachlich führenden Vereinen in der Stadt und
Ostsachsen gehörte. Eines hat der „Kampffisch“ aber fast allen anderen hier angesiedelten Aquarienvereinen voraus, er existiert ohne Unterbrechung vom Tag der Gründung (28.03.1926) bis zum heutigen Tag. Als Arbeiterverein im Arbeiterviertel „Roter Hecht“ gegründet, überstand der „Kampffisch“ braune und rote Zeiten und selbst das Inferno vom Februar 1945 konnte die Freunde des „Kampffisch“ nicht zum Aufgeben bewegen. Viele Vereinsmitglieder lagen unter den Trümmern ihrer Stadt oder blieben im Krieg, sodass es nur ein kleines „Fähnlein der Aufrechten“ war, das seinen Verein, nun unter Regie des Kulturbundes, weiterführte. Wie steht in einem damaligemVersammlungsprotokoll zu lesen: „Das Vereinsinventar und die umfangreiche Fachbibliothek wird beim Vereinswirt eingelagert, damit es nach Kriegsende in einer friedlichen Zukunft allen Mitgliedern zur Verfügung steht.“
 
Diese Zukunft war fachlich immer und organisatorisch überwiegend positiv, selbst, als 1990 das große Vereinssterben in der ostdeutschen Vivaristik einsetzte. Die Dresdener Aquarianer der Fachgruppe (FG) „Aquarienkunde Dresden-West“ brachten 14 Mitglieder und der „Kampffisch“ 6 Mitglieder ein, als sich beide Vereinigungen am 30.11.1990 zum, nunmehrig wieder als Verein geführten, neuen AV „Kampffisch“ formierte. Der Weg in die neue Zeit gestaltete sich überwiegend positiv. Ende 2002 waren in der Mitgliederliste wieder mehr als 50 Aquarienfreunde verzeichnet.
 
Freunde, wie Dieter Kaden, Erich Krampitz, Eckhard Woidt, Werner Thost, Peter Kuziel u.a. hatten großen Anteil, dass der Weg des AV „Kampffisch“ so erfolgreich verlief. Ohne diese Unterstützung hätte der damalige Vorsitzende Bernd Schwabe den Verein nicht bis weit über 30 Jahre führen können. Hoch gelobt ist bis in die jetzige Zeit das alljährliche Vortragsprogramm und waren unsere großen Ausstellungen, die der vormalige VDA-Präsident Dr. Stefan Hetz mit viel lobender Anerkennung bedacht hat. Doch gerade das Streben nach immer größerer Erreichbarkeit von Qualität der Aquarienausstellungen hat dem Verein herbe Schläge versetzt. Die Situation war prekär und, statt sich um den Kern derer, die den Verein aus den Schwierigkeiten bringen wollten, zu scharen, verließen selbst Vereinsfreunde den „Kampffisch“ die vorher eine Resolution zum Erhalt des AV unterschriebenhatten. Und selbst eine Ehrenmitgliedschaft wurde aufgekündigt. Ein Ader lass, der beinahe das Ende unseres traditionsreichen Vereins „Kampffisch“ Dresden e. V. gebracht hätte. Dank rühriger Freunde um Christin Fetter und Robert Seidel, die fast im Alleingang das organisatorische Geschehen des Vereins schultern, glauben wir, dass unser Verein doch zukunftsfähig ist. Die 13 Mitglieder, die am 8. April mit ihren Ehrengästen im Vereinslokal 91 (oder 90) Jahre gemeinschaftliches Wirken für die Aquaristik feierten,wollen sich und der großen VDA- Familie beweisen, dass ihr Verein und die organisierte Aquaristik im und mit dem VDA eine gute Zukunft haben.
 
Danke an unseren Mitstreiter Herrn Prof. Jürgen Fritz Obst (Radebeul), vormaliger Direktor des Dresdner Tierkundemuseums, von der DGHT-Stadtgruppe Dresden, der uns zu unserer kleinen Jubiläumsfeier die Ehre gab. Hat er doch erste vivaristische Schritte einst in unserem Verein gemacht. Dank auch an Herrn Dr. Axel Zarske (Dresden), dem Kurator Fische im Senkenberg-Tierkundemuseum Dresden, der uns seit Jahren mit seinen Fachvortragen und Museumsführungen unterstützt hat. Auch unser langjähriger Freund Jörg Töpfer (Riesa) hat Dank verdient, denn seine Vorträge erfreuen uns seit mehr als 35 Jahren. Mit seiner Festrede hat der Ehrenvorsitzende Bernd Schwabe den Weg seines Vereins aufgezeigt und siehe, der war zwar manchmal steinig, aber trotz alledem überwiegend geradlinig. Mit viel Liebe hat uns unsere Geschäftsführerin Christin Fetter ein leckeres Häppchenbuffet gerichtet und so konnte, auch mit (fast) leerer Kasse, in netter Freundesrunde und angeregten Gesprächen und mancher Anekdote aus der vivaristischen Mottenkiste, ein würdiger Festabend verbracht werden.
 
Ihr Bernd Schwabe (Ehrenvorsitzender)
 

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Zwischen indianischer Hochkultur, Kakteen, Orchideen und unberührter Natur (Vereinsabend am 10. Februar 2017)

Nach der JMV im Januar stand als erster Fachvortrag im Vereinsprogramm des Jahres 2017 ein Reisebericht des Dirktors des Botanisch- Zoologischen Gartens Chemnitz Herrn Wolfgang Berthold. Er titelte seine fotografisch wie fachlich hervorragendes Referat mit „Im Reich der Maya“ und entführte uns nach Mexiko und hier vornehmlich auf die Halbinsel Yucatan. Bevor er aber zu Wort kam, begrüßte unsere Vereinsfreundin Christin Fetter die 11 anwesenden Vereinsfreunde und die Gäste und konnte feststellen, dass mit den Ausführungen des Referenten dieses Abends, eine gute Tradition hochrangiger Vorträge fortgesetzt wird. Seit Jahren ist das beim „Kampffisch“ so und es ist erfreulich, dass das jetzt, wo der Verein personell doch etwas gerupft ist, so weitergeführt wird. Das ist uns, entsprechend unserer Kassenlage nur möglich, weil die Großzügigkeit von Freunden nicht den Punkt Kosten anspricht. Dafür sind wir sehr dankbar, denn das Jahr 2016 bescherte uns auf dieser Basis ein ausgesprochen gutes Vortragsprogramm.
 
Zunächst verzögert sich der Beginn des Berichtes, was der gastronomischen Betreuung geschuldet war. Während nach und nach alle Abendbrotwünsche erfüllt wurden, gab Herr Berthold eine Einführung über das bereiste Südmexiko mit seinen Natur- und Kulturobjekten. In 4 Reisewochen wurden bis 6000 km zurückgelegt und zu unserem Nutz und Frommen viel fotografiert und gefilmt. Durch das private Organisieren von heimischen - zumeist indianischen Führern - gelangten das Ehepaar Ute und Wolfgang Berthold zu Landesstellen, wo man per Buchung im Reisebüro nie hingelangen würde. Das drückte sich im Besuch abgelegener Ausgrabungsstätten der Maya-Kultur ebenso aus, wie Begegnungen mit Wildtieren und Pflanzen der Region. Schon 400 nach Christi erfolgten erste Besiedlungen Yucatans. Mit dem Einfall der spanischen Eroberer wurde die Ausrottung der Maya und ihrer Kultur endgültig besiegelt. Diese Ausrottung hatte aber schon vor der Spanierzeit begonnen. Seuchen, ewige Stammeskriege und nicht zuletzt eine Überbürokratisierung des indianischen Staatswesens sind dafür verantwortlich zu machen. Letzter Punkt war besonders maßgeblich. Die Fürsten zwangsverpflichteten ihre Untertanen - zumeist Bauern - zum Bau unzähliger Pyramiden, wodurch der an sich schon hoch qualifizierte Ackerbau fast zum Erliegen kam, mit der Folge von Hungerkatastrophen, die noch durch eine 70 Jahre währende Dürrezeit verschärft wurde. Diese Faktoren führten dazu, dass die Hochkultur der Maya faktisch
900 nach Christi so gut wie ausgestorben war. Die spanischen Eroberer schickten ihre Hatzenderos ins Land, die dieses ausbeuteten und die stolzen Maya mehr oder weniger versklavten. Im Jahr 1846 führte das zur Maya- Revolution, die die Schaffung einer Maya-Republik erzielte. Viel Blut floss dabei und die Haziendas gingen in Flammen auf. Die Macht erringen war wohl leichter, als diese zu verteidigen und so wurde der Staat 1852 wieder von der Landkarte gestrichen und ging wieder zu Mexiko über.
 
Der Referent führte uns nun, teilweise vertont, in seinem Vortrag zu den Schauplätzen der Maya-Hochkultur, bzw. zu dem, was noch erhalten ist. Dort, wo menschliches Wirken Kultur vernichtet hat, dort konnte sich hingegen die Natur ungebremst ausbreiten und so sahen wir Tiere und Pflanzen in Hülle
und Fülle, meisterlich aufgenommen, was den Vortrag, mit Kennen lernen der Maya-Bauwerke zum Genuss machte. Wir Zuschauer meinten, dass das zahlreiche Besteigen der Maya-Pyramiden den Anstrengungen einer alpinen Bergtour gleichkommen musste. Was uns an interessanten Bauwerken, Vögeln, Echsen, Kakteen, Orchideen und anderen tropischen Pflanzen gezeigt wurde, versöhnte die Zuschauer, dass das Thema Fischfauna nicht auf dem Reiseprogramm des Referentenehepaares stand. Wir hatten unsere Freude an Grünen Leguanen, Schwarzleguanen, Pelikanen, Scharben; diesen Kormoranverwandten, Aras, Waldstörchen, Harpyie-Adlern, Riesenkrokodilen, Schmetterlingen, Korallenkakteen, Epiphyllum, dem Schlangenkaktus namens Königin der Nacht, Tillandsien und Vielem mehr, was da so auf Yucatan kreucht und fleucht und wächst. Schotterfläche, Urwalddickicht und Lagunenfahrten machten uns mit einer schier unübersehbaren Fülle an Naturwundern bekannt, dank dem, der diese so eindrucksvoll im Bilde festgehalten hat und uns mit viel Wissen kommentierte.
 
Wie im Fluge war die Eindreiviertelstunde verflogen und wirr nutzten noch die anschließende Diskussion, um noch einiges mehr über Land und Leute zu erfahren. Wir alle konstatierten, dass sich unser Vortragsjahr gut angelassen hat und man will meinen, dass weitere gute Vorträge auch die hinter dem Ofen hervorlocken werden, die wir so lange nicht bei unseren Vereinsabenden gesehen haben. Wir bleiben dabei, „Im Verein macht das Hobby erst so richtig Spaß“.
 
An diesem 10. Februar haben wir das jedenfalls so empfunden und es erfüllt den Rezensenten mit Freude, wenn ihm ein alter erfahrener Mitstreiter sagt, dass erseinen gefassten Entschluss des Austrittes aus dem AV „Kampffisch“ überdacht hat und zurückzieht.
 
Text: Bernd Schwabe/Ehrenvorsitzender

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Jahresmitgliederversammlung 2017 des AV „Kampffisch“ Dresden e. V.

Ein weiteres Jahr in der 90jährigen Geschichte des Aquarienvereins „Kampffisch“ Dresden e. V. ist verstrichen und das kleine Fähnlein der Aufrechten schickte sich an, am Freitag, den 13. Januar, dieses zurückliegende Vereinsjahr 2016 organisatorisch Revue passieren zu lassen. Dazu hatte unsere Geschäftsführerin Vereinsfreundin Christin Fetter rechtzeitig in das Haus der Begegnung nach Dresden-Trachenberge eingeladen. Hier nun, nahmen in der Restauration „Zeitgeist“ 11 Vereinsfreunde an der diesjährigen Jahresmitgliederversammlung teil. Bei nunmehr 18 Mitgliedern, war das ganz ordentlich und uns fast nicht mehr gewöhnt.
 
Frau Fetter eröffnete die Versammlung mit einem Dank an alle erschienenen Vereinsfreunde und besonders an die, die sich im zurückliegenden Jahr, besonders für unseren AV „Kampffisch“ eingebracht haben. Nach diesen einleitenden Worten bat sie die anwesenden Vorstandsmitglieder um ihren Arbeitsberichte für das Jahr 2016. Hierzu erteilte Frau Fetter dem Vereinsvorsitzenden Vereinsfreund Frank Wehrmann das Wort zu seinem Jahresbericht. Herr Wehrmann beleuchtete die Veranstaltungen des Jahres 2016 und konnte feststellen, dass mehrere hochrangige Referenten bei uns zu Gast
waren. Er hob die Vortragenden Herrn Prokop („Geschichte der Herpetologie und Terrarienkunde im Raum Dresden“), Herrn Dr. Axel Zarske vom Dresdner Tierkundemuseum der Senckenberg Stiftung („Aspekte aus der Aquaristik“) und Herrn Jörg Tröpfer aus Riesa („Labyrinthfische-Vielfalt in Form und Farbe“) in besonderem Maße hervor. Stimmen aus der anwesenden Mitgliedschaft bestätigten, dass es sich bei allen drei Referaten um ausgesprochen hochrangige und erinnerungswerte Vorträge gehandelt hat. Das wir seit Jahren so gute Jahresprogramme mit besten Referenten anbieten können, ist dem Umstand
geschuldet, dass diese guten Freunde uns, gerade jetzt, zu Zeiten wo der Verein etwas schwächelt, vorbehaltlos ihre kostenfreie Unterstützung gewähren. Dafür sind wir sehr dankbar. Herr Wehrmann bedauerte, dass er aus beruflichen Gründen so oft verhindert war und daher nicht aller Vorträge teilhaftig werden konnte. Aber gern erinnerte er auch an einen Vortrag aus unseren eigenen Reihen, den unser Vereinsfreund Erich Krampitz über das Thema der „Mollyzucht“ gehalten hat. Hier kam ein praxisbewährter guter Züchter zu Wort, der manchem der anwesenden Aquarienfreunde wertvolle Anregungen
aus seinem Tun vermitteln konnte. Das Vivaristik und Kultur durchaus eine Symbiose bilden können, bewies unser Kassenwart Vereinsfreund Robert Seidel, der „Die Forelle bei Schubert“ zu seinem musikalisch untermalten Vortrag machte und dabei sehr gut damit ankam. Positive Erwähnung im Bericht des Vorsitzenden fand auch der gemeinsame Ausflug zur „Pflanzen- und Raritätenbörse“ in den Botanischen Garten Leipzig.
 
Und ein weitere Botanischer Garten, nämlich der der TU Dresden in unserer Heimatstadt Dresden, wurde als Austragungsort einer Unternehmung genannt, an der der AV „Kampffisch“ aktiv teilgenommen hat. Hier wurde das alljährliche „Sommerfest“ (07.08.16) veranstaltet und zog Pflanzen- und Vivarienfreunde in großer Zahl an. Dabei fand auch der Stand unseres Vereins zahlreiche interessierte Beachtung. Hier wurde der Vortragende vom Ehrenvorsitzenden Veinsfreund Bernd Schwabe unterbrochen, der es sich angelegen sein ließ, die Vereinsfreunde Christin Fetter, Robert Seidel und Frank Prelllwitz herausgehoben zu erwähnen. Das, da diese genannten Vereinsfreunde, mit ihren dort gezeigten und mit verschiedenen Zuchtsorten von Axelottl, Kaltwasserfischen und Wasserpflanzen besetzten Aquarien, gegenüber dem Publikum ihre fachliche Kompetenz zum Ausdruck brachten und mit ihrem praktischen Einsatz die Teilnahme am „Sommerfest“ erst ermöglichten. Da der Ehrenvorsitzende selbst aktiv anwesend war, konnte er diese positive Einschätzung geben und dafür danken. Frau Fetter und Herr Seidel konnten ähnlich positive Resonanz vom „Ferienfest“ bei den Dresdner Filmnächten vermelden. Die Besucherzahlen, die dort unseren Vereinsstand frequentierten, waren noch erheblich höher als im Botanischen Garten. Derartige Aktivitäten, so wurde in der Diskussion ausgedrückt, sind eine hervorragende Möglichkeit, um für unseren AV „Kampffisch“ zu werben. Dazu wurde ins Auge gefasst, entsprechende Werbemittel (Flyer ect.) zur Weitergabe an das Publikum anfertigen zu lassen. Mit diesen Themen war Frau Fetter als Geschäftsführerin schon voll in ihren Ausführungen zum Geschäftsjahr 2016.
 
Herr Seidel gab nun den Kassenbericht und informierte über die Finanzlage des Vereins. Überschwängliche Freude kam zwar nicht auf, aber graue Haare mussten dadurch auch keine wachsen. Vereinsfreund Frank Prellwitz gab den Revisionsbericht, der völlig positiv war. Herr Prellwitz sagte, nach Ausgabe der Jahresprogramme, etwas zu den geplanten Referaten und stellte die Referenten vor. Das Fazit aller Anwesenden ging dahin, dass wir, nicht ohne Stolz, feststellen konnten, trotz mancher Widrigkeit in letzterer Zeit, wie gewohnt ein sehens- und hörenswertes Programm mit einigen Höhepunkten zusammen bekommen haben. Dafür dankte der Vorstand den Herren Prellwitz und Schwabe, sowie im Voraus den Freunden, die uns wiederum ihre fachliche Unterstützung angedeihen lassen. (Siehe hier auf unserer Vereins- Homepage unter Terminen).
 
Die anschließende Diskussion war stellenweise etwas heftig, aber nicht entzweiend, auch wenn man manchen Beitrag hätte weglassen können (so meint zumindest der Rezensent). Ein Thema, was aber unbedingt weiterhin aufrecht gehalten werden soll, ist, eine angestrebte Zusammenarbeit der beiden Dresdner Aquarienvereine „Wasserrose“ und unseres „Kampffisch“ auf Augenhöhe.
 
Als Verfasser dieser Zeilen und Ehrenvorsitzender des AV „Kampffisch“ möchte ich, ehe ich meinen Bericht schließe, an alle Vereinsmitglieder appellieren, unserem Traditionsverein weit über das 90. Jahr nach seiner Gründung hinaus, die Treue zu halten und der Sache dienend manche unerfindliche Befindlichkeit beiseite zu lassen. Nicht die Macher verdienen Kritik, die Passiven sollten in sich gehen und mit uns um den Fortbestand des AV „Kampffisch“ Dresden e. V. kämpfen.
 
Das wünscht sich Bernd Schwabe / Ehrenvorsitzender
 
 

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Zur Historie des AV "Kampffisch" Dresden e.V.

Der AV „Kampffisch“ Dresden e. V. wurde am 28. März 1926 als Arbeiterverein, - einem Gegenpol zu den bürgerlichen Vivarienvereinen im „Roten Hecht“ in der Dresdner Neustadt gegründet und existiert seit diesem Tage ununterbrochen bis in unsere heutige Zeit. Als nach der Wende das große Vereinssterben einsetzte, schloss sich der „Kampffisch“ (mit 6 Mitgliedern) am 23. 11. 1990 mit der Fachgruppe „Skalar“ Dresden- West (mit 14 Mitgliedern) zum heutigen neuen „Kampffisch“ zusammen, was das Überleben des Vereins bis heute sicherte.

Wir meinen, einen Grund zu haben, dass wir unseren 90. Vereinsgeburtstag würdig, - wenn auch in angemessen bescheidenem Rahmen, am 8. Juli 2016 feiern können.

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Hohe Auszeichnungen des Verbandes für verdienstvolle Mitglieder unseres AV „Kampffisch“ Dresden e. V.

Schon Mitte der 1990er Jahre vergab der VDA an drei verdienstvolle Vereinsmitglieder, die sich, neben einer funktionierenden Vereinsarbeit, auch verstärkt für unseren Verband, - und hier besonders für das Erstarken unseres VDA- Bezirkes 05 Ostsachsen (später Sachsen) einsetzten, mit der Goldenen Ehrennadel, eine der höchsten Auszeichnungen des Verbandes. Die damals Geehrten waren unser Ehrenvorsitzender Dieter KADEN, - vormaliger langjähriger Vereinsvorsitzender (Fachgruppenleiter) und Vorsitzender des Bezirksausschusses Aquaristik- Terraristik im Kulturbund (BFA) und das Ehrenmitglied Bernhard TEICHFISCHER, Buchautor und Referent zahlreicher vivaristischer Fachvorträge.

Im gleichen Zeitraum kam dem damaligen Vereinsvorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Bernd SCHWABE diese Ehre zuteil. Damit wurde seine jahrzehntelange Vereinsarbeit (Fachgruppenarbeit) gewürdigt, - aber in besonderem Maße auch, sein Einsatz der zur Wiedergründung unseres VDA- Bezirkes führte. Im gleichen Jahr ehrte der Verband auch unser heutiges Ehrenmitglied Werner THOST, der damit für seine langjährige Arbeit als Bezirks- Gewässerwart und nicht zuletzt für sein aquaristisches Fachvermögen ausgezeichnet wurde. Sehr engagiert war, der leider 2011 verstorbene, Vereinsfreund Günther WAGNER, wofür er ebenfalls mit der Goldenen Ehrennadel geehrt wurde.

Einer der langjährig besten Züchter unseres AV, Vfrd. Erich KRAMPITZ wurde mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet.

gez. Bernd Schwabe / Ehrenvorsitzender